2007-11-24 - Unnötiger Punktverlust
Regionalliganeuling, Tabellenfünfter, 3 Punkte in 4 Spielen: Mit dem EHC Jonsdorfer Falken schien ein vermeintlich leichter Gegner zu den Akademikern ins Erika-Hess-Eisstadion zu kommen. Aber wie schon so oft in der Vergangenheit erwies sich das als eine Fehleinschätzung, die auch während des Spieles nicht mehr korrigiert werden konnte. Beim Hinspiel in Jonsdorf hatte man zwar auch schon so seine Mühe, gewann nur knapp mit 3:2, war damals allerdings auch nur mit 13 Feldspielern angetreten. Von den Spielanteilen und von den Torchancen her hätte das Ergebnis damals weitaus höher ausfallen können, doch scheiterte man oft an der überragenden Falken-Torfrau Ivonne Schröder.
Auch am heutigen Abend hielt Schröder mit ihren Glanzparaden ihrer Mannschaft den Rücken frei. Auf der anderen Seite verteilte FASS auch wieder fleißig Geschenke, agierte in der Abwehr oftmals viel zu nachlässig. So spielte man im ersten Drittel fast 15 Minuten auf ein Tor, hatte den Gästen gegenüber das Dreifache an Torchancen, den ersten Treffer erzielten jedoch die Jonsdorfer, sehr zur Freude ihrer gut 20 mitgereisten, stimmungsvollen Fans. David Wolters brachte seine Mannschaft nach einem eklatanten Abwehrfehler und Puckverlust an der blauen Linie der Weddinger in Front (16.). Hinten pfui, vorne hui – Zumindest in der Offensive gab es einige sehenswerte Aktionen an diesem Abend, so wie beispielsweise zwei Minuten vor Drittelende der Unterzahl-Break von Jörn Kugler und Lucien Aicher, der nach einer schönen Kombination mit dem Ausgleichstreffer belohnt wurde (Kugler, 19.).
Im Mittelabschnitt überstand man zunächst eine weitere Unterzahl schadlos, blieb dann bei eigenem Powerplay allerdings ebenso erfolglos. Erst bei 5 gegen 5 sollte das nächste Tor fallen, Kapitän Aicher schoss die Hausherren zum ersten Mal in Führung (26.). Diese sollte allerdings nicht lange währen, die Falken konnten das nächste Überzahlspiel zum 2:2 Ausgleich nutzen (Pesek, 27.). Auch danach führte zuviel Körpereinsatz und zu wenig Eishockey zum nächsten Gegentreffer: Diesmal überwand Jan Havlik Benjamin Nitschke im Berliner Gehäuse (32.). In der Folge hatte jedoch sein weibliches Pendant alle Hände voll zu tun, musste sich aber dann doch innerhalb von 86 Sekunden gleich zweimal geschlagen geben. Zunächst glich Kugler aus (36.), bevor Daniel Kuch nach schöner Vorarbeit von Susan Götz das 4:3 erzielte (38.).
Wie schon im Drittel zuvor gingen die Hausherren auch im Letzten in Unterzahl an den Start, diesmal allerdings nicht ohne zählbare Folgen. 41 Sekunden nach Wiederanpfiff war es erneut Havlik, der in Überzahl traf. Dass er zum Toreschießen allerdings keine numerische Überlegenheit braucht, bewies er jedoch fast genau eine Minute später,
als er bei eigener Unterzahl sein drittes und das 5. Tor der Falken schoss. Die Antwort der Hausherren folgte jedoch prompt, noch im selben Powerplay gelang Rumid Masche der 5:5 Ausgleich (43.). Ebenfalls in Überzahl gingen die Akademiker durch das 6:5 von Kuch dann zum dritten Mal in dieser Partie in (eine allerdings wenig beruhigende) Führung (47.). Wenig später wurde aber auch die wieder von den Gästen egalisiert, Markus Adamsky erzielte das 6:6, dem letzen Treffer in der regulären Spielzeit, obwohl beide Mannschaften noch einige gute Chancen hatten.
Während Nitschke beim 6. Gegentreffer gar nicht gut aussah, zeiget er im folgenden Penaltyschießen allerdings eine Glanzleistung und trug damit maßgeblich zu einem der seltenen Penaltysiege von FASS bei. Auch Ivonne Schröder auf der anderen Seite blieb zunächst unüberwunden, 4 Schützen scheiterten an ihr (oder auch an sich selbst), erst Benjamin Hecker sicherte mit seinem souveränen Treffer seinem Team den Zusatzpunkt.
Alles in allem hat man an diesem Abend aber nicht zwei Punkte gewonnen sondern einen verschenkt. Vielleicht sollte man auch diese zugegeben sportlich uninteressante Runde, aber vor allem auch vermeintlich leichte Gegner ernster nehmen, und ein bisschen zuschauerfreundlicher spielen. 201 fanden an diesem Samstag nur den Weg in die Halle, wurden für ihr Erscheinen dafür überwiegend von der zweiten Reihe belohnt, die nicht nur 4 von 6 regulären Tore erzielte, sondern auch insgesamt positiv auffiel.
Am kommenden Samstag geht es für das Team von Coach Heiko Awizus dann ins Freiluftstadion nach Niesky, ein unbequemer Gegner und Spielort, wie zuletzt der ECC Preussen erfahren hat, der dort ebenfalls ins Penaltyschießen musste und gleich 2 Punkte da lassen musste. Definitiv nicht mit dabei sein wird Susan Götz, die im Rahmen des Damen-Europacups in Berlin antreten wird. Ansonsten kann man nur hoffen, dass der bisherige Trend, auswärts minder besetzt anzutreten, gebrochen wird und man sich zumindest personell in guter Ausgangslage befindet. Was im Endeffekt draus gemacht wird, bleibt abzuwarten.
FASS Berlin vs. EHC Jonsdorfer Falken 7:6 n.P. (1:1, 3:2, 2:3,1:0)
Tore:
0:1 15:34 Wolters (Pesek)
1:1 18:01 Kugler (Aicher, Kasten) 4-5
2:1 25:18 Aicher (Tittus, Kuch)
2:2 26:59 Pesek (Wolters) 4-5
2:3 31:59 Havlik (Wolters) 4-5
3:3 35:41 Kugler (Aicher)
4:3 37:07 Kuch (Götz, Heyer)
4:4 40:41 Havlik (Pesek) 4-5
4:5 41:42 Havlik (Pesek) 5-4
5:5 42:21 Masche (Dreischer) 5-4
6:5 46:55 Kuch (Kugler, Aicher) 5-4
6:6 49:31 Adamsky (Ganer)
7:6 60:00 Hecker ENP
Strafen:
FASS Berlin: 22 - EHC Jonsdorfer Falken: 16
Quelle: Kerstin Moritz - Kufennews.deDieser Artikel wurde bisher 551 mal gelesen, zuletzt am 2010-09-03, 23:09 Uhr. Der Artikel wurde am 2007-11-24, 23:59 Uhr das letzte Mal aktualisiert.
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